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9. Januar 2017: MEDIENMITTEILUNG

Nach Berechnungsfehlern eines ehemaligen Mitarbeiters:

Urner Ingenieurbüro muss Bilanz deponieren

 

Das Urner Ingenieurbüro Projekta AG mit Sitz in Altdorf hat am 23. Dezember 2016 seine Bilanz beim Landge­richt Uri deponiert. Auslöser dafür waren Fehler eines ehemaligen Mitarbeiters bei der Berechnung von mehreren Bauprojekten. Die voraussichtlichen Kosten für die notwendigen Sanierungsmassnahmen überstiegen die Versicherungsdeckung sowie die finanziellen Möglichkeiten der Projekta. Die Verantwortlichen hatten alles geprüft, um den drohenden Konkurs abzuwenden. «Wir bedauern diese Entwicklung ausserordentlich, insbesondere für die betroffenen Eigentümer und Nutzer der Gebäude – aber auch für unsere 20 Mitarbeitenden», sagt Verwaltungsratspräsident Othmar Stöckli.

Ins Rollen gebracht hatte die Sache eine Kundenanfrage im Sommer 2016. Bei einer Terrasse eines bestehenden Gebäudes im Kanton Uri prüfte man eine von den Eigentümern gewünschte Mehrbelastung. Dabei stellte sich heraus, dass ein ehemali­ger Mitarbeiter bei der Planung des Gebäudes einen Fehler gemacht hatte. «Wir haben daraufhin umgehend gehan­delt», betont Othmar Stöckli. Intern wurden alle Projekte, die der fehlbare Ingenieur betreut hatte, gesichtet und einer ersten Prüfung unterzogen. In gravierend scheinenden Fällen beauftragte die Projekta drei unabhängige Ingenieurbü­ros, diese detailliert zu untersuchen und eine Zweitmeinung abzugeben.

Bis heute wurden neun Gebäude identifiziert, bei denen bauliche Sanierungsmassnah­men erforderlich sind. Die Bauten stehen in den Kantonen Uri und Schwyz und sind alle zwischen den Jahren 2012 und 2014 erstellt worden. Die Fehlberechnun­gen können zu Rissen, Deformationen, Abplatzungen und beträchtlichen Nutzungseinschränkun­gen führen. Die Inhaber der neun Gebäude sind teilweise von der Projekta AG bereits über das Erfordernis einer Sanie­rung informiert worden, teilweise werden sie in diesen Stunden informiert, nachdem die Berichte zu ihren Objek­ten erst seit kürzester Zeit vorliegen.

Alles unternommen, um Konkurs abzuwenden

«Wir haben im Verwaltungsrat und mit unseren Aktionären alle Möglichkeiten geprüft, um den drohenden Konkurs abzuwen­den», sagt Othmar Stöckli. «Obwohl das operative Geschäft gut lief und die Liquidität ausreichend war, gab es aufgrund der zu erwartenden Sanierungskosten für die betroffenen Gebäude keine anderen Möglichkeiten mehr, als die Bilanz zu deponieren.» Es bestand die begründete Besorgnis einer Überschuldung. Das Landgericht Uri hat nun am 5. Januar 2017 entschieden, den Konkurs über die Projekta AG zu eröffnen. Neben Inhabern von sanierungsbedürfti­gen Objekten und weiteren Kunden mit aktuellen Projekten sind 20 Mitarbeitende der Projekta vom Konkurs betroffen.

Beim fehlbaren ehemaligen Mitarbeiter handelt es sich um einen Bauingenieur mit grosser Berufserfahrung. Die Pro­jekta hatte sich bereits im Mai 2015 aus anderen Gründen von ihm getrennt.

Was nun mit den schadhaften Gebäuden geschieht, wird vom Konkursamt geklärt. «Wir sind uns bewusst, dass nun die Eigentümer der Gebäude rasch wissen wollen, wie es weitergeht», erklärt Verwaltungsratspräsident Oth­mar Stöckli. «Wir können den Entscheiden des Konkursamts aber nicht vorgreifen.»

Die Projekta AG Ingenieure und Planer stand für Planung und Beratung in den Bereichen Umwelt, Hochbau und Infrastruktur­bau. Seit 1960 hat sie mit zuletzt 20 Mitarbeitenden Ingenieur- und Planerleistungen vorwiegend in der Inner­schweiz erbracht.

 

Kontakt für Medienauskünfte:

Othmar Stöckli

ehemaliger Präsident des Verwaltungsrates der Projekta AG

Telefon:     041 874 45 00

E-Mail:  projekta.stoeckli@bluewin.ch